Ein Leben als

Musiker

 

Ein Leben für die Musik

Lehren, üben, spielen, hören

Es zählt für mich zu den faszinierendsten Phänomenen in meinem Leben als Musiker, dass die Intensität des musikalischen Erlebens mit jedem Jahr zunimmt. Werke zu studieren, ihrer Bedeutung über Wochen, Monate und Jahre nachzuspüren, sie zu einem Teil des Selbst werden zu lassen, all dies ist weit mehr als ein "Beruf". Ich kenne nichts, was mit der mentalen, physiologischen, emotionalen und intellektuellen Herausforderung an einen Pianisten vergleichbar wäre. Sie ist einzigartig.

Das Ende im Anfang

Sergiu Celibidache (1912-1996)

Das berühmte Zitat des rumänischen Dirigenten begleitet mich seit Jahren. Mit diesen wenigen Worten offenbart sich eine ästhetische Aufassung des musikalischen Werks, die Statik und Architektur mit unmittelbarer Prozesshaftigkeit verbindet. Aus dem Moment heraus entstehend und doch durch die inneren Proportionen geschlossen. Der Anfang steht in Bezug zu allem Folgenden, auch dem Ende. Die Aufführung eines musikalischen Meisterwerkes wird zur Metapher des Lebens an sich. Der Tod ist in der Geburt angelegt. Die Frage, wie (!) wir Musik hören, was wir da eigentlich hören, hat mich stets fasziniert. Celibidaches Denken war und ist für mich eine große Inspiration, wenn es um das architektonische Verständnis von Musik geht.










 

Stationen

im beruflichen Leben

2019

Christian A. Pohl: "Klaviermethodik"
Edition Peters, Leipzig - London - New York
Im Handel erhältlich im Spätsommer 2019

2018-2021

Studiendekan
der Fachrichtung Klavier/Dirigieren

2015-2018

Studiendekan
der Fachrichtung Klavier

2014-2019

Senator
Hochschule für Musik und Theater Leipzig

2012

Internationale
Mendelssohn-Akademie Leipzig

Gründung und Direktion (gemeinsam mit Prof. Gerald Fauth)

2010

Leipziger Klaviermethodikseminare Gründung und Direktion

2009

Professor für Klavier und Klaviermethodik
Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig

2002-2008

Lehrauftrag für Klavier
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

2006-2009

Künstlerischer Leiter
Stubenhauskonzerte Staufen

2005-2009

Internationale
Kammermusikakademie
Gengenbach

Mitbegründung und Organisation

2001-2009

Internationale
Klavierakademie
Murrhardt

Mitbegründung und Organisation

2001-2009

Lehrauftrag für Klavier
Hochschule für Musik Freiburg

1996

Klavierstudium
Hochschule für Musik Freiburg

1994

Abitur
Georgii-Gymnasium Esslingen a.N.

1993

C-Examen
Hochschule für
Kirchenmusik Rottenburg a.N.

 

Auf der Bühne

Impressionen einiger Konzerte. Live und ungeschnitten.

Johannes Brahms
Klaviersonate Nr.3 f-Moll op.5 - Allegro moderato

Der erste Satz der monumentalen Klaviersonate op.5. Komponiert 1853. Die komplette Sonate ist auf youtube zu sehen.

Johannes Brahms
Klaviersonate Nr.3 f-Moll op.5 - Andante espressivo

Für mich einer der schönsten Mittelsätze.

Robert Schumann
Kreisleriana op.16

Schumann schrieb über seine Kreisleriana: "Sie werden Ihnen ein Bild meines Charakters, meines Strebens geben". Komponiert 1838.

Johann Sebastian Bach
Partita Nr.1 BWV 825

Fragil, lebendig, delikat, tiefgründig, tänzerisch, liebevoll: Welch wundervolle Musik diese Partita doch ist.


Kammermusik

Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier und Violine c-Moll op.30 Nr. 2

Aitzol Iturriagagoitia und ich spielten viele Konzerte zusammen. Alles von Brahms, den halben Beethoven, den kompletten Bach. Er ist ein wundervoller Musiker und ich genoß es stets, mit ihm zu musizieren. Seit einigen Jahren lehrt er als Professor an der Musikhochschule Musikene San Sebastian. Die Videoaufnahme entstand während eines kleinen Konzerts in Leipzig.

Sergey Rachmaninoff
Sonate für Klavier und Violoncello op.19

Christoph Henkel ist einer der besten Kammermusiker, die ich kenne. Hier der wunderschöne zweite Satz der Sonate.

 

Lehrer

Musikalische Prägung

In der Kunst im allgemeinen und der Musik im Besonderen sind wir in der Regel stark beeinflusst von unseren Lehrern, von Freunden und Kollegen, von Vorbildern und natürlich von der Musik, die wir hören und spielen.

Felix Gottlieb studierte bei Alexander Goldenweiser und Emil Gilels am Moskauer Konservatorium. Ich hatte das Glück, zwischen 1995 und 2002 bei ihm zu studieren. In meiner musikalischen Ausbildung spielte er eine zentrale Rolle. Es ist kaum möglich, alles zu benennen, was ich von ihm lernte. Einiges aber ist mir bis heute bewusst. Er lehrte mich die Partitur zu lesen, Artikulationskonzepte zu entwickeln, die Form eines Werkes herauszuarbeiten und das Timing zu optimieren. Die vielleicht wichtigste Lektion, die ich von ihm lernte, war, was es bedeutet, ein ernsthafter und verantwortungsvoller Künstler zu sein, stets auf der Suche nach Tiefe und Wahrhaftigkeit. Dies hatte nicht nur Auswirkungen auf mein Klavierspiel, sondern auf mein ganzes Leben. Markus Stange unterrichtete mich in meiner Jugend. Er studierte und arbeitete mit Jürgen Uhde, Györgi Ligeti, Karlheinz Stockhausen und George Crumb. Sein enormes musikalisches Wissen über alle stilistischen Grenzen hinweg und seine bescheidene, begeisternde Persönlichkeit hatten großen Einfluss auf mich und meine Entscheidung, ein professioneller Musiker zu werden.